Die Psychoanalyse hat in Deutschland deswegen überlebt, weil viele Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen während des Faschismus ins Exil gegangen sind, dort aufgenommen wurden und weitergearbeitet haben. In unserer Arbeit mit PatientInnen, der Bearbeitung ihrer seelischen Symptomatik, sind wir konfrontiert mit dem Fremden in Anderen und in uns. Seit dem Herbst 2015 hat sich eine Arbeitsgruppe des mpi die Aufgabe gestellt, in Mainz eine regelmäßige psychotherapeutische Sprechstunde für geflüchtete Menschen zu etablieren. In Zusammenarbeit mit den SozialarbeiterInnen und der Leitung von Juvente, als dem örtlichen Träger, machen wir in zwei Unterkünften ein wöchentliches Angebot zur Krisenintervention für Erwachsene und Kinder. Oftmals können wir auch weiterführende therapeutische Gespräche einleiten oder stoßen notwendige, andere Behandlungsmaßnahmen an. Unsere Arbeit wird durch die Zusammenarbeit mit Sprachmittlern ermöglicht, die entsprechend geschult sind. Wir gehen, mit Frau Prof. Leuzinger-Bohleber, davon aus, dass „treffen die Menschen auf verlässliche, humane Beziehungen, [so] kann dies ein erster Schritt für die Bewältigung der Trauma-Erfahrung sein“.

Kontakt: Annette Rockenbach, Ärztin